Zum Auftakt der Macworld

Morgen startet die Macworld 2010 in San Francisco. Wird sie auch ohne Apple zu einem großen Event werden können? Ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Apples traditionellen Präsenz auf der Macworld war überwältigend, sowohl mit der Keynote als auch mit dem riesigen Stand. Apples Abwesenheit macht aus der Macworld ein ganz neues Ereignis.

Apple Abwesenheit wird in zweierlei Hinsicht zu spüren sein. Erstens: das Fehlen eines Apple Keynote führt zu deutlich verringerter Aufmerksamkeit der Medien. Das ist unvermeidlich. Es gab in den letztehn Jahren eine Vielzahl von Besuchern, die die Keynote von Apple bzw. Steve Jobs als den wichtigsten Grund sahen eine Karte zu kaufen – merkwürdigerweise wurden aber nur eine kleine Prozentzahl der Teilnehmer wirklich zur Keynote zugelassen.

Meine größere Sorge ist die Abwesenheit von Apple in der Messehalle. Apple hatten einen großen Stand an prominenter Stelle und zog sich das Publikum an, ganz ähnlich wie das KaDeWe die Menschen auf den Ku Damm zieht.

Für mich hat die Faszination der Macworlds aber immer in der Präsentation der kleinen Unternhemen gelegen, der Ein-Mann-Unternehmen, der Designer, die ganz für sich alleine bahnbrechendes für die Plattform geliefert haben. Ich habe eine Menge Macworlds erlebt und keine war langweilig.

Nichts könnte ein Steve Jobs Keynote zu ersetzen, also ist auch niemand so dumm zu es zu versuchen. Stattdessen hat die Macworld ein paar prominente Sprecher während der Woche geplant, u.A. David Pogue, Kevin Smith (ja, DER Kevin Smith) und Leo Laporte.

Unter dem Strich bleibt eins: die Macworld bleibt eine grossartige Show. Man stelle sich einfach vor, es hätte nie vorher eine Macworld gegeben und dies wäre das erste Jahr. Es wäre ein Wunder, wenn Apple sich in der Zukunft daran beteiligen würde, aber es gibt duchaus Raum für Überraschungen in den nächsten Jahren.

Das Apple iPad


Heute um 10 Uhr Ortszeit hat Steve Jobs im Yerba Buena Center in San Francisco das Apple iPad vorgestellt, den neusten Wurf aus dem Hause Apple. Seit Jahren war die Rede von einer unmittelbar bevorstehenden Veröffentlichung des Tablets, jedoch schienen die Prototypen nie den Vorstellungen von Jobs zu entsprechen und wurden somit wieder verworfen.

Nach der Vorstellung, die im Internet gut als Audio- oder Bildstream (was an Video dabei war war leider wenig brauchbar) zu verfolgen war, hat man schon einen sehr klaren Eindruck von dem was das iPad kann und was nicht wenn es Ende März (das iPad) und “im April” (das iPad 3G mit UMTS) in den Verkauf geht.

Nach den jahrelangen Spekulationen hatte ich einige hochgesteckte Erwartungen, die das iPad nicht ganz erfüllen konnte.

Meine Minuspunkte:

  • Kein Multitasking
  • Kein “fühlbares” Onscreen-Keyboard
  • Kein OLED-Display
  • Keine Kamera

Meine Pluspunkte:

Zunächst zu den Minuspunkten

Kein Multitasking: Also alles wie beim iPhone – ich kann z.B. keine Twitter-App laufen lassen während ich ein Buch lese oder einen Film sehe und über Updates benachrichtigt werden. Ob es wie beim iPhone Notifications/Benachrichtigungen geben wird ist noch nicht bekannt. Kein “fühlbares” Onscreen-Keyboard: Apple hat kürzlich ein Patent erhalten das eine Technik beschreibt wie man ein Display an einzelnen Stellen gezielt aus- oder eindellen kann, perfekt für ein Onscreen-Keyboard mit fühlbaren Tasten. Ich bin aber sicher dass es kurz nach dem Erscheinen des iPads “Überzieher” aus Silikon oder ähnlichen Materialien geben wird, die das Schreiben noch weiter vereinfachen (vielleicht sollte ich mir diese Idee schützen lassen…). Kein OLED-Display: Schade, denn ein OLED-Display hätte die Akku-Laufzeit noch weiter verlängert und das Display wahrscheinlich noch schärfer gemacht. Keine Kamera: Keine Kamera bedeutet keine Videokonferenzen, keine Fotos oder Videos aufnehmen.

Zu den Pluspunkten

Der Preis: Jeder hat zwar mit einem Preis von “unter 1000$” gerechnet, gemeint waren damit aber immer 999$. Dass das iPad ohne 3G in der 16GB-Ausführung jetzt für 499$ kommt ist eine echte Überraschung. Auch die 829$ für das Top-Modell mit 32GB und 3G erscheinen fair, fast günstig (wir sprechen hier eben nicht von einem Plastik-Tablet mit Windows Mobile o.ä., sondern einem Produkt, das perfekt in die Apple-Welt integriert ist). Die Akkulaufzeit: 10 Stunden Betrieb oder einen Monat Standby mit einem 1,27cm “dicken” und 680g leichten Tablet – Respekt wenn die Werte im Echtbetrieb stimmen! Der iBook-Store Apple schickt sich an mit iBooks im Bereich Bücher zu werden, was es mit iTunes im Bereich Musik ist. Zwar gelten die Deals mit den Verlagen noch nur für die USA, aber Apple wird das schnell für Europa nachlegen. Die Möglichkeit jede iPhone-App zu nutzen: Jeder der schon ein iPhone hat und diverse Apps gekauft hat wird sich darüber freuen, denn selbst wenn ein Entwickler sein Programm nicht nachträglich für das iPad anpasst kann das Programm auf dem iPad ausgeführt werden: entweder in Originalgröße in der Mitte des Displays oder auf das komplette Dispay gestreckt. Wie das bei den einzelnen Apps aussieht wird sich zeigen, ich freue mich auf jeden Fall schon auf eine Runde Doodle Jump!

So weit meine kleine Preview, alles weitere wird sich zeigen – in 60 Tagen wenn ich nicht warten kann, in 90 Tagen wenn ich mich beherrsche und das iPad 3G kaufe. Angefangen zu Sparen habe ich jedenfalls schon.